Mein „Supernurse“-Abenteuer starte ich gemeinsam mit meiner Freundin Martina Halter. Mit ihr habe ich im April 2026 das Studium zur Pflegefachfrau HF erfolgreich abgeschlossen.
Zusammen reisen wir nach Kenia, wo wir während vier Wochen einen Einsatz bei der CIVS leisten werden. Unser Schwerpunkt liegt dabei im Bereich Medical. Ich bin sehr gespannt auf diese Zeit und freue mich darauf, viele neue Erfahrungen zu sammeln und einen Einblick in einen anderen Alltag zu erhalten.
Nach diesem Einsatz werden wir unsere Reise gemeinsam fortsetzen und weiter nach Namibia reisen.
Als „Supernurse“ habe ich mir vorgenommen, die afrikanische Kultur näher kennenzulernen. Dabei möchte ich Einblicke in das Gesundheitswesen gewinnen und wertvolle Erfahrungen für mich sammeln. Gleichzeitig werde ich mein Wissen und meine Fähigkeiten einbringen, um die Gesellschaft vor Ort zu unterstützen und einen sinnvollen Beitrag zu leisten.
Zürich, Amsterdam
Amsterdam, Nairobi
Bevor meine Reise nach Kenia starten konnte, musste ich noch einige wichtige Unterlagen beantragen und vorbereiten. Dazu gehörten das Visum für Kenia, ein gültiger Reisepass und ein internationaler Impfausweis. Diese Dokumente waren für die Reise und die Einreise besonders wichtig.
Glücklicherweise war dieser Teil der Vorbereitung für mich nicht allzu kompliziert. Vor allem beim Visum haben wir Unterstützung aus Kenia erhalten. Das hat mir vieles erleichtert und mir ein besseres Gefühl für die Reisevorbereitung gegeben.
Für meine Reise nach Kenia musste ich mich auch um verschiedene Impfungen und gesundheitliche Vorsorgemassnahmen kümmern. Dazu gehörten unter anderem Impfungen gegen Gelbfieber und Meningokokken, da diese für Reisen in dieses Gebiet wichtig sind. Zusätzlich muss ich während meines Aufenthalts Malariatabletten einnehmen. Ausserdem wurde mir empfohlen, auch meinen allgemeinen Impfschutz, wie beispielsweise die Zeckenimpfung, zu überprüfen.
Die aktuellen Einreisebestimmungen für nach Kenia sind für mich als Schweizerin wie folgt: man benötigt theoretisch kein Visum für touristische Zwecke, müssen jedoch eine elektronische Reisegenehmigung (ETA) beantragen, die vor der Reise online erhältlich ist. Natürlich einen Reisepass ist erforderlich. Die Gelbfieberimpfung bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet muss ein Nachweis über eine gültige Gelbfieberimpfung erbracht werden.
Vor meiner Reise nach Kenia war es mir wichtig, alles Organisatorische rechtzeitig erledigt zu haben, damit ich mit einem sicheren und guten Gefühl abreisen konnte. Dazu gehörten für mich vor allem alle wichtigen Reisedokumente, gesundheitliche Vorbereitungen sowie das Packen meiner persönlichen Sachen.
Ausserdem war es mir wichtig, mich auch mental auf den Hilfseinsatz vorzubereiten und mich mit dem auseinanderzusetzen, was mich vor Ort erwarten könnte. Ich wollte möglichst gut vorbereitet sein, gleichzeitig aber auch offen bleiben für neue Erfahrungen und ungewohnte Situationen.
Im Koffer habe ich eine grosse Medikamenten-Apotheke gepackt, da ich nachher noch weiter reise. Zudem Kleider wie Hosen, Tshirts, Tops, Pijama, Schuhe, Finken, Nessessaire, Spiele, Snacks, Tagebuch ect.
Ich freue mich darauf, viele neue Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. Besonders gespannt bin ich auf die Arbeit im Spital, da ich auch in der Schweiz in einem Spital arbeite und es für mich sehr interessant ist, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten kennenzulernen.
Ausserdem freue ich mich darauf, die afrikanische Kultur besser kennenzulernen und neue Begegnungen mit Menschen vor Ort zu erleben. Ich bin gespannt auf alles, was mich in dieser Zeit erwartet, und freue mich darauf, meinen Horizont zu erweitern und viele wertvolle Erfahrungen mit nach Hause zu nehmen.
Am meisten Angst hatte ich vor möglichen Komplikationen bei der Einreise oder davor, dass mit meinen Dokumenten etwas nicht stimmt.
Auch die Sprache hat mir Sorgen bereitet. Ich verstehe Englisch mittlerweile gut - nicht alles, aber das meiste. Trotzdem fällt es mir teilweise schwer, ein Gespräch zu führen, da mir dafür manchmal der passende Wortschatz fehlt. Deshalb hatte ich Angst vor Missverständnissen oder Kommunikationsschwierigkeiten.
Bevor ich nach Kenia gereist bin, wollte ich bewusst ohne grosse Erwartungen an diese Erfahrung herangehen. Ich hatte zwar schon unterschiedliche Meinungen gehört, wollte mich davon aber nicht zu sehr beeinflussen lassen. Stattdessen war es mir wichtig, alles offen auf mich zukommen zu lassen und meine eigenen Erfahrungen zu sammeln.


Für mich war es der erste Langstreckenflug, und ich habe ihn insgesamt als sehr angenehm erlebt. Durch das Schauen mehrerer Filme, Lesen, Musik hören sowie das Schreiben meines Tagebuchs verging die Zeit erstaunlich schnell. Besonders eindrücklich war, dass es sich um einen Tagesflug handelte, wodurch ich – soweit es möglich war – den afrikanischen Kontinent aus der Luft betrachten konnte. Diese Perspektive empfand ich als sehr faszinierend und sie hat meine Vorfreude auf die kommende Zeit in Kenia zusätzlich verstärkt.
Bei der Einreise hatten wir erfreulicherweise keine grösseren Probleme. Vor der Gepäckausgabe mussten wir jedoch zunächst die Passkontrolle passieren, wobei es zu längeren Wartezeiten kam. Eine gewisse Herausforderung stellte die Verständigung dar, da die Englischkenntnisse des Flughafenpersonals teilweise begrenzt waren. Dennoch konnten wir die Situation gut bewältigen und alle notwendigen Formalitäten erfolgreich abschliessen, sodass wir letztlich ohne Schwierigkeiten einreisen konnten.
Den Kontakt mit unserem Chauffeur stellte ich im Voraus über WhatsApp her. Er war pünktlich vor Ort und wartete bereits auf uns. Am Ausgang des Flughafens befanden sich jedoch sehr viele Personen mit Namensschildern, was die Orientierung zunächst erschwerte. Zudem war die Kommunikation aufgrund sprachlicher Hürden nicht immer einfach. Nach kurzer Zeit gelang es uns dennoch, den richtigen Fahrer zu finden. Anschliessend brachte er uns sicher und zuverlässig zu unserer Unterkunft.
Die erste Begegnung vor Ort hat mich sehr positiv überrascht. Sowohl die Mitarbeitenden am Flughafen als auch unser Chauffeur und unsere Gastgeberin begegneten uns mit grosser Freundlichkeit und Offenheit. Man spürte deutlich, dass sie sich über unsere Ankunft freuten. Diese herzliche Aufnahme vermittelte mir von Anfang an ein Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden, sodass ich mich bereits in den ersten Stunden sehr willkommen fühlte.
Am besten gefällt mir unsere Gastgeberin Angela. Sie hat mich von Beginn an sehr herzlich empfangen und kümmert sich liebevoll um uns, sodass sie für mich beinahe wie eine Mutter ist. Das Zusammenleben fühlt sich dadurch sehr vertraut und angenehm an. Besonders schätze ich, dass sie jeden Abend frisch und sehr lecker kocht. Zudem gefällt mir, dass meine Kollegin und ich uns ein Zimmer teilen können. Auch die ruhige Lage der Unterkunft trägt dazu bei, dass man sich gut erholen kann und wenig vom hektischen Stadtleben mitbekommt.
Grundsätzlich bin ich mit der Unterkunft sehr zufrieden. Ein kleiner Nachteil ist jedoch die Grösse des Badezimmers, welches relativ klein ist und gleichzeitig die Dusche integriert hat. Dies ist zwar etwas ungewohnt, stellt aber im lokalen Kontext eher einen gewissen Komfort dar. Zudem ist im Zimmer teilweise ein leicht muffiger Geruch wahrnehmbar, was ich als etwas unangenehm empfinde. Abgesehen davon gibt es jedoch keine nennenswerten Kritikpunkte.
Ich lebe nicht in einer klassischen Gastfamilie, sondern bei einer sogenannten „Hostmom“. Angela betreut mehrere Volunteers gleichzeitig, was den Austausch untereinander besonders bereichernd macht. Abends essen wir meist gemeinsam und verbringen anschliessend noch Zeit miteinander, indem wir uns unterhalten und Erfahrungen austauschen. Angela ist eine sehr warmherzige, fürsorgliche und hilfsbereite Person. Sie hat stets ein offenes Ohr und kümmert sich aufmerksam um alle Anliegen. Durch ihre herzliche Art schafft sie eine familiäre Atmosphäre, in der man sich jederzeit gut aufgehoben fühlt.

Am ersten Tag wurden wir im Spital sehr herzlich empfangen, und das gesamte Team zeigte grosse Freude darüber, dass wir einen Hilfseinsatz leisten. Die Mitarbeitenden waren freundlich, offen und neugierig. Besonders positiv empfand ich, dass hier sehr pragmatisch gearbeitet wird, was sich deutlich von meinen bisherigen Erfahrungen unterscheidet. Ich durfte viele spannende Einblicke gewinnen, unter anderem bei einer Geburt mithelfen. Die tägliche Arztvisite am Morgen war ebenfalls sehr lehrreich, da der Arzt alle Anwesenden aktiv einbezog.
Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit, auch in einem Slum-Camp mitzuarbeiten. Dort konnten wir täglich verschiedene Bereiche kennenlernen, wie das Labor, die Pharmazie oder Impfprogramme für Säuglinge. Diese vielseitigen Einblicke haben mein Verständnis für die medizinische Versorgung vor Ort erheblich erweitert.
Was mir besonders aufgefallen ist, war das Fehlen von Händedesinfektionsmitteln. In keinem Bereich standen entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung, was aus hygienischer Sicht ungewohnt war. Zudem wird die gesamte Dokumentation auf Papier geführt, was den Arbeitsprozess verlangsamt und teilweise schwer lesbar ist – selbst für die Mitarbeitenden. Auch die Sprache stellte eine Herausforderung dar, da häufig englische Fachbegriffe verwendet wurden, die mir nicht immer geläufig waren. Mein begrenzter Wortschatz erschwerte die Kommunikation zusätzlich.
Alle Mitarbeitenden, die ich kennenlernen durfte, waren sehr freundlich, offen und hilfsbereit. Sie zeigten grosses Interesse an uns und freuten sich darüber, dass wir unser Praktikum bei ihnen absolvierten. Ich hatte die Möglichkeit, mit verschiedenen Personen mitzulaufen, wodurch ich viele unterschiedliche Bereiche kennenlernen konnte. Diese Offenheit ermöglichte mir vielfältige Einblicke in den Arbeitsalltag und förderte meinen Lernprozess erheblich.






In meiner Freizeit habe ich es besonders genossen, die Stadt Nairobi näher kennenzulernen. Durch verschiedene Aktivitäten wie eine Safari im Nationalpark, einen Stadtrundgang oder den Besuch einer Kaffeefarm konnte ich viele unterschiedliche Facetten der Stadt entdecken. Gleichzeitig nutzte ich die freie Zeit bewusst zur Erholung. Gelegentlich ging ich auch mit meiner Freundin und unserer Gastgeberin ins Fitnessstudio, was eine schöne Abwechslung zum Arbeitsalltag darstellte.
Am meisten beeindruckt hat mich die Safari im Nairobi Nationalpark. Als naturverbundene Person war es für mich ein besonderes Erlebnis, Tiere wie Zebras, Löwen, Giraffen und Nashörner erstmals in freier Wildbahn zu sehen. Diese Eindrücke haben mich tief beeindruckt und werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Für den Arbeitsweg ins Spital nutzte ich morgens meist ein sogenanntes Matatu, ein lokaler Kleinbus. Nachdem ich mich orientiert hatte, war dies eine praktische und zuverlässige Lösung. Für längere Strecken griff ich auf Fahrdienste wie Uber zurück, die ich als sicher und unkompliziert empfand. Für kürzere Distanzen nutzte ich gelegentlich auch ein Boda-Boda, also ein Motorradtaxi. Zum Slum-Camp wurden wir jeweils von einem privaten Fahrer abgeholt und wieder zurückgebracht, was sehr komfortabel war.
Vor meiner Reise habe ich mir eine eSIM von Airalo mit 10 GB Datenvolumen gekauft. Damit hatte ich an den meisten Orten guten Empfang. Lediglich im Spital kam es gelegentlich zu Netzproblemen, was jedoch keine grossen Einschränkungen verursachte. In der Unterkunft gab es teilweise Stromausfälle aufgrund der Regenzeit, die jedoch jeweils nur von kurzer Dauer waren und sich schnell wieder stabilisierten.
Da ich an den Wochenenden vor allem grössere Ausflüge unternommen habe, hatte ich kaum Gelegenheit, Bars in der Umgebung zu besuchen. Stattdessen verbrachten meine Kollegin und ich die Abende meist gemütlich zu Hause, was ebenfalls sehr entspannend war.
In Nairobi selbst gibt es nur begrenzte Möglichkeiten zum Baden. Für ein klassisches Bade- oder Ferienerlebnis empfiehlt es sich, an die Küste zu reisen. Diese ist jedoch mehrere Autostunden entfernt und eignet sich daher eher für einen geplanten Wochenendausflug.
Das beste Essen habe ich eindeutig bei Angela zu Hause genossen. Sie hat täglich frisch und sehr schmackhaft gekocht, meist vegetarisch. Unterwegs habe ich zudem ein Café entdeckt, das mir ebenfalls sehr gefallen hat und in dem ich mehrmals essen war.




Ich sehe mich als „Supernurse“, weil ich den Mut hatte, mich auf eine völlig neue und ungewohnte Situation einzulassen. Vor Ort konnte ich meine fachlichen Kompetenzen einbringen und erweitern, beispielsweise beim Richten von Infusionen, bei Blutentnahmen, der Blutdruckmessung oder der Verabreichung von Medikamenten. Gleichzeitig durfte ich Patientinnen und Patienten betreuen und wertvolle praktische Erfahrungen sammeln. Diese Zeit war für mich einzigartig, da ich sowohl neues Wissen erwerben als auch eigene Erfahrungen weitergeben konnte. Zudem habe ich eine neue Kultur kennengelernt, deren Eindrücke ich mit in die Schweiz nehme.



Da ich ohne konkrete Erwartungen in dieses Projekt gestartet bin, wurde ich umso positiver überrascht. Ich konnte zahlreiche Eindrücke sammeln, die mich nachhaltig geprägt haben. Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen, obwohl viele von ihnen unter einfachen Lebensbedingungen leben. Ihre Lebensfreude war ansteckend und hat mich tief berührt. Trotz grosser Unterschiede zu den Spitälern in der Schweiz habe ich festgestellt, dass auch mit weniger Ressourcen ein funktionierendes System möglich ist. Dies hat mir einmal mehr gezeigt, dass weniger oft mehr sein kann.
Ich kehre mit einem „Rucksack“ voller neuer Erfahrungen nach Hause zurück. Darin befindet sich nicht nur viel neues Wissen über eine für mich zuvor fremde Kultur, sondern auch zahlreiche Eindrücke aus dem medizinischen Alltag. Besonders im Bereich der Mutter-Kind-Betreuung konnte ich wertvolle praktische Erfahrungen sammeln. Darüber hinaus nehme ich eine gewisse Gelassenheit mit, die ich hier kennengelernt habe. Ich habe gelernt, kleine Dinge mehr zu schätzen und Zufriedenheit nicht als selbstverständlich zu betrachten.
Meine Erwartungen an das Projekt waren bewusst offen gehalten, wodurch ich umso positiver überrascht wurde. Insbesondere das Medical Missionaries of Mary (MMM) hat mich sehr beeindruckt. Das Medical Camp befindet sich in einem der grössten Slums Kenias und ist dennoch erstaunlich gut ausgestattet. Es verfügt über ein digitales Patientensystem, moderne Laborgeräte sowie Ultraschallmöglichkeiten und zeichnet sich durch eine saubere und strukturierte Arbeitsumgebung aus. Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass die Bevölkerung vor Ort Zugang zu medizinischer Versorgung hat und diese Angebote aktiv nutzt.
Besonders positiv aufgefallen sind mir die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Offenheit der einheimischen Bevölkerung. Man wurde stets begrüsst und nach dem Befinden gefragt, was eine sehr angenehme Atmosphäre schuf. Auch wenn meine Hautfarbe dabei sicherlich eine Rolle spielte, fühlte ich mich jederzeit respektiert und willkommen. Zudem habe ich mich im Alltag stets sicher gefühlt, sowohl auf der Strasse als auch im Wohnquartier. Es war bereichernd, für eine gewisse Zeit in einer weniger hektischen und stressgeprägten Umgebung zu leben.
Eine Herausforderung stellte teilweise die Rolle als weisse Frau im öffentlichen Raum dar. Bereits am Orientierungstag wurden wir darauf hingewiesen, dass wir häufig als „Muzungu“ angesprochen werden. Dies bestätigte sich im Alltag, insbesondere auf Märkten oder belebten Strassen. Anfangs empfand ich dies als ungewohnt, später teilweise auch als etwas anstrengend, da gewisse Personen sehr aufdringlich sein konnten. Dennoch gehörte dies zum Alltag, und ich lernte, damit umzugehen und es grösstenteils auszublenden.