Als Supernurse mache ich mich auf die Reise nach Kenia. Am Samstag, den 29.11.2025, startet mein Abenteuer. Mein Flug geht um 10:40 Uhr über Istanbul, wo ich einen Transfer von 4,5 Stunden habe, bevor es weiter nach Nairobi geht.
Ich werde schon gegen 08:00 Uhr am Flughafen Zürich sein, um ganz entspannt meine zwei Koffer abzugeben und die Sicherheitskontrolle hinter mich zu bringen. Ein bisschen Zeitpuffer tut immer gut, gerade bei so einer langen Reise.
In der Nacht komme ich dann um 03:00 Uhr in Nairobi an. Dort werde ich direkt am Flughafen abgeholt und zur Unterkunft gebracht. Es fühlt sich alles noch ein bisschen surreal an, aber gleichzeitig unglaublich aufregend. Das Abenteuer kann beginnen!
Als Supernurse habe ich mir diesen Einsatz vorgenommen, weil ich Einblicke in die medizinische Versorgung in einem völlig anderen Gesundheitssystem gewinnen möchte, insbesondere in einem Umfeld mit begrenzten Ressourcen. Ich möchte die kulturellen Unterschiede in der Patientenbetreuung und im gesamten Gesundheitswesen kennenlernen und aus einer neuen Perspektive erleben.
Meine persönliche Weiterentwicklung
Ich wünsche mir, durch diese Erfahrung meine Empathie und Belastbarkeit weiter zu stärken. Gleichzeitig möchte ich meine medizinischen Kenntnisse sei es in Diagnostik, Pflege oder Therapie vertiefen und lernen, Prioritäten zu setzen, wenn die Mittel begrenzt sind.
Ein wichtiges Ziel ist für mich auch, mein Verständnis für tropische und infektiöse Krankheiten zu erweitern. Darüber hinaus möchte ich respektvolle und vertrauensvolle Beziehungen zu Patienten aufnehmen und kulturelle Unterschiede sensibel wahrzunehmen und so meine globale Gesundheitsperspektive erweitern.
Zürich
Nairobi
Flugtickets ausdrucken, Unterkunftsbestätigung, Versicherungsschein, Projektbestätigung, Impfpass mitnehmen, Zahlungsnachweis dabeihaben, Visum beantragen & ausdrucken, Einladungsschreiben, Arbeitsbestätigung ausdrucken sowie meine Medikamentenliste für die Sicherheitskontrolle
Masern, Mumps, Röteln (MMR) habe ich bereits. Ich musste die Hepatitis A + B Impfung durchführen. Hepatitis B habe ich vor längerer Zeit schon erhalten gehabt und nun habe ich die Twinrix® erhalten. Gegen Typhus erhalte ich 3 Kapseln Vivotif® Schluckimpfungen (Lebendimpfstoff), welche ich an 3 verschiedenen Tagen nüchtern vor dem Essen einnehmen muss. Schützt gegen Salmonella typhi (Bakterien). Übertragung: durch verunreinigtes Wasser und Essen. (z. B. unzureichend gewaschenes Obst, Salate, Eiswürfel).
Für Malaria gibt es unglücklicherweise keine Impfung somit werde ich die Malariaprophylaxen mitnehmen müssen. ATOVAQUON PLUS Spirig HC Filmtabl 250/100 muss man bei akuter Erkrankung einnehmen. Die Dosis sollte immer zur gleichen Zeit mit einer Mahlzeit eingenommen werden, 4 Tabletten à 3 Tage. Zudem ist die Verwendung von Insektenschutzmitteln auch wegen Dengue, Chikungunya und Zika wichtig.
Für die Einreise nach Kenia gibt es derzeit keine Einschränkungen. Allerdings herrschen landesweit politische und soziale Spannungen. Demonstrationen können jederzeit auftreten und haben das Potenzial zu eskalieren. Deshalb sollte man sowohl Proteste als auch grössere Menschenansammlungen konsequent vermeiden.
In Städten wie Nairobi bestehen zudem erhöhte Sicherheitsrisiken, insbesondere in Form von Raubüberfällen. Es wird empfohlen, keinen Schmuck oder teure Taschen zu tragen und nachts, besonders auf abgelegenen Strecken keine Spaziergänge oder Fahrten allein zu unternehmen.
Für die Einreise ist das Visum Pflicht und zusätzlich benötigt man einen Reisepass, der mindestens sechs Monate über das Reiseende hinaus gültig ist. Auch braucht man ein Rück- oder Weiterreiseticket.
• Geld wechseln
• Visum beantragen
• Arzttermin für notwendige Impfungen und Prophylaxen
• In der Apotheke meine Pflichtmedikamente abholen, damit ich genügend Vorrat habe
• Zusätzliche Medikamente gegen Übelkeit und Durchfall besorgen
• Mücken- und Insektenspray organisieren
• Einen Adapter kaufen
• Genug Desinfektionsmittel besorgen
Schminktasche mit diversen Schminkprodukte wie Mascara, Lippenstift, Make-up. Toilettentasche mit Zahnbürste, Zahnpasta, Tagescreme, Nachtcreme, Deo, Parfüm, Kamm, Haarprodukte, Schampoo etc., diverse Medikamente, Mückensprays, Notizblock, diverse Kleider, Shirts, Hosen, Unterwäsche etc.. Ladegerät und Adapter um das Handy zu laden, Sandalen, Jäckli, Desinfektionstücher, Händedesinfektionsmittel und einen Extrakoffer mit Baby- und Kleinkinderkleider zum Spenden.
Ich freue mich auf meinen medizinischen Einsatz in Kenia, weil er mir die Möglichkeit gibt, mein Fachwissen dort einzusetzen, wo es wirklich gebraucht wird. Die Menschen in herausfordernden Lebenssituationen zu unterstützen und ihnen Zugang zu medizinischer Behandlung zu ermöglichen, motiviert mich enorm. Besonders spannend finde ich die Chance, in einem neuen kulturellen Umfeld zu arbeiten. Ein solcher Einsatz erlaubt es mir, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln fachlich, aber auch persönlich. Ich denke es stärkt die Persönlichkeit und Starker persönliche Entwicklung gibt auch neues Verständnis von globaler Gesundheit.
Ich bin sehr gespannt wie die 3 Wochen sein werden. Ich freue mich riesig auf die verschiedenen neuen Eindrücke, welche ich erleben darf. Allgemein das Gesundheitswesen aus einem neuen Blickwinkel erleben zu dürfen und Erfahrungen zu sammeln. Nebenbei freue mich natürlich auch die Tiere wie Giraffen ect. und die Natur zu sehen und ein neues Land zu besuchen.
Neben den allgemeinen Herausforderungen mache ich mir auch Gedanken darüber, wie es für mich sein wird, in Kenia als deutlich erkennbar fremde Person unterwegs zu sein. Mir ist bewusst, dass ich aufgrund meines Erscheinungsbildes auffallen werde und dadurch möglicherweise mehr Aufmerksamkeit auf mich ziehen kann, sowohl im positiven Sinne als neugierige Offenheit, aber auch in Momenten, in denen ich mich unsicher fühlen könnte.
Auch gesundheitliche Risiken beschäftigen mich etwas. Krankheiten wie Malaria, Magen-Darm-Infektionen oder andere tropische Erkrankungen sind ernst zu nehmen und gehören zu Sorgen, die man mit sich trägt. Die Vorstellung, mit einer ungewohnten medizinischen Umgebung, anderem Klima und neuen Erregern konfrontiert zu sein, kann verunsichern.
Diese Gedanken sind für mich Teil einer Vorbereitung. Sie erinnern mich daran, mich gut zu informieren, präventive Massnahmen ernst zu nehmen und bei Unsicherheit Unterstützung zu suchen. Gleichzeitig vertraue ich darauf, dass Wissen, Schutzmassnahmen und ein erfahrenes Team mir helfen werden, mit diesen Risiken umzugehen und das Beste aus dieser wertvollen Erfahrung mitzunehmen.
Ich habe keine besondere Vorstellungen, ich denke die allgemeine Infrastruktur ist in Kenia deutlich einfacher als in der Schweiz. Sie besitzen weniger, weniger an Geräte, weniger an Strom- und Wasserversorgung, begrenzter Zugang zu sauberem Wasser, weniger Medikamente, vielleicht auch weniger Wissen. Ich denke sie können sich weniger bis kaum medizinisch untersuchen lassen oder behandeln und haben nicht immer Zugang zu Spitäler oder Ärzte, aufgrund lange Wege zu Spitälern, oft ohne Transportmittel. Ich glaube jedoch das sie den Fokus auf Basisversorgung und Prävention haben möchten und mit dem wo sie haben, es probieren umzusetzen.
Während dem Einsatz im Waisenhaus werde ich mit vielen Kindern in Kontakt kann sein. Den Kinder sind in vielen afrikanischen Ländern ein Grossteil der Bevölkerung. Oft haben sie Mangelernährung / Untergewicht oder kein Impfstatus, schlechte Hygiene. Es wird bestimmt eine emotionale Herausforderung und würde am liebsten eins mit in die Schweiz nehmen wollen.





Den Flug hatte ich mir mühsamer vorgestellt, als er dann war. Der Flug von Zürich nach Istanbul war ein kurzer Flug von drei Stunden, inklusive Mittagessen. Der Flug von Istanbul nach Nairobi dauerte 6,5 Stunden und trotzdem ging die Zeit ziemlich schnell vorbei. Ich konnte mich mit zwei Filmen beschäftigen, ausserdem gab es Nachtessen und da es ein Nachtflug war, konnte ich auch etwas schlafen. Ich hätte jedoch nicht gedacht, dass dieser Flug so voll sein würde.
Bei der Einreise hatte ich gar keine Probleme. Ich hatte mein Visum ausgedruckt dabei und musste es in Zürich vor dem Abflug sowie bei der Ankunft in Nairobi zeigen. In Nairobi bekam ich noch einen Stempel in den Pass.
Sobald ich gelandet war, schrieb mir der Fahrer und fragte, ob ich bereits angekommen sei. Er bat mich, mich nach der Passkontrolle noch einmal bei ihm zu melden. Nachdem ich mein Gepäck abgeholt hatte, verliess ich den Flughafen. Der Fahrer, ein Mann namens Maurice, wartete bereits vor dem Costa Caffè auf mich.
Als ich heute Morgen um 04:00 Uhr endlich in meiner Unterkunft ankam, fühlte ich mich zuerst etwas verloren. Angela, meine Gastmutter war nicht zu Hause, sie geht sonntags immer sehr früh in die Kirche, um zu beten. Der Gedanke, alleine in einem völlig neuen Land anzukommen, war im ersten Moment ein bisschen überwältigend. Aber die Müdigkeit hat schnell gewonnen und ich bin einfach ins Bett gefallen.
Gegen 11:00 Uhr wurde ich zur Stadtführung abgeholt. Mit dem Matatu fuhren wir ins City Center, mein erstes richtiges Eintauchen in Nairobi. Von einem Rooftop aus sah ich die Stadt von oben: laut, lebendig, chaotisch und doch irgendwie faszinierend. Mir wurde erklärt, wie die Stadt aufgebaut ist, welche Regeln wichtig sind und worauf ich achten muss. Es war so viel Neues auf einmal, aber gleichzeitig unglaublich spannend. Beim Mittagessen konnte ich das erste Mal die kenianische Küche testen.
Am späteren Nachmittag ging es mit dem Matatu zurück nach Buruburu. Angela, meine Gastmutter, war inzwischen zurück und sie hat mich so herzlich empfangen, als wäre ich schon lange Teil der Familie. Ihre warme Art hat all die Fremdheit vom Morgen verschwinden lassen. Ich fühlte ich mich richtig angekommen.

Das Haus, beziehungsweise die Unterkunft, in der ich drei Wochen leben werde, ist unglaublich herzlich eingerichtet. Alles wirkt liebevoll gestaltet, und es ist den Umständen entsprechend wirklich sauber. Besonders schön finde ich den Vorplatz: tagsüber kann man dort wunderbar die Sonne geniessen und weil alles rundherum abgeschirmt ist, hat man richtig viel Privatsphäre.
Am meisten berührt mich jedoch die Gastfreundschaft von Angela. Sie ist so freundlich, warmherzig und sympathisch, dass ich mich sofort willkommen fühle. Es tut gut, in einem fremden Land von jemandem betreut zu werden, der einem so viel Herzlichkeit entgegenbringt.
Ich habe eigentlich nichts auszusetzen. Es ist Ostafrika, vieles ist einfach gehalten und ohne Luxus. Auf Wasserknappheit beim Duschen muss man vorbereitet sein, genauso darauf, dass die Kleidung von Hand gewaschen wird. Wer täglich die Haare waschen möchte, ist hier definitiv am falschen Ort. Es ist ein anderes Wohnen, an das man sich erst gewöhnen muss.
Angela lebt alleine in einem Haus. Gegen Ende meines Aufenthalts habe ich noch ihren Vater und ihre Schwester kennengelernt, die für ein paar Wochen zu Besuch bleiben. Sie ist eine starke, liebevolle und humorvolle Frau. Zudem kann sie hervorragend kochen. Sie verwöhnt mich täglich mit köstlichen kenianischen Gerichten und fragt regelmässig, wie es mir geht, ob das Essen schmeckt und ob ich satt bin. Man kann sich täglich mit ihr unterhalten.





Einsatzort Medical Health Center Mukuru
Das Medical Health Center Mukuru (MMM) ist ein wirklich beeindruckendes Medical Center. Bereits am ersten Tag wurde ich von der Leiterin Viktoria sehr herzlich empfangen, was mir den Einstieg enorm erleichtert hat.
Ich hatte die Möglichkeit, jeden Tag in einer anderen Abteilung mitzuhelfen, was den Einsatz besonders abwechslungsreich und lehrreich machte. Im Labor unterstützte ich bei Blutentnahmen, führte Schnelltests durch und half bei der Auswertung sowie der Dokumentation von Blutbildern. In der Schwangerschaftssprechstunde durfte ich bei Vorsorgeuntersuchungen mit dabei sein, während ich in der Kindersprechstunde half, Babys zu wiegen und zu messen sowie bei Impfungen zu assistieren.
Auch in der Apotheke konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, indem ich Medikamente gemäss Rezept vorbereitete, erklärte und abgab. Besonders eindrücklich war die Mitarbeit im Operationsraum, wo ich bei Beschneidungen assistieren durfte.
Jede einzelne Abteilung war spannend auf ihre eigene Weise, und genau diese Vielfalt machte die Arbeit so interessant. Das gesamte Team war ausserordentlich freundlich, offen und geduldig. Mir wurde alles genau erklärt, und ich fühlte mich jederzeit willkommen. Mehrmals wurde mir sogar gesagt, dass sie sich freuen würden, wenn ich länger bleiben oder zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen würde.
Dieser Einsatz war für mich sowohl fachlich als auch menschlich eine sehr bereichernde Erfahrung.
Einsatzort Mum’s Love Waisenhaus
Das Mum’s Love Waisenhaus ist ein sehr liebevoll gestalteter Ort. Besonders schön finde ich, dass es einen Musikraum sowie eine Bibliothek gibt, wodurch die Kinder die Möglichkeit haben, sich kreativ zu entfalten und zu lernen. Die Schlafzimmer sind süss und kindgerecht eingerichtet und es war schön zu beobachten, dass die Kinder viel Zeit miteinander verbringen und als Gemeinschaft zusammenleben.
Am meisten hat mich jedoch gefreut zu sehen, dass die Kinder ausreichend zu essen bekommen. Die Mahlzeiten waren gesund, reichhaltig und die Portionen gross. Es hat mich tief berührt und glücklich gemacht, die Kinder satt und zufrieden zu sehen. Dieses Gefühl von Sicherheit und Fürsorge war im ganzen Waisenhaus spürbar.
Der Einsatz im Mum’s Love Waisenhaus war für mich emotional sehr wertvoll und hat mir erneut gezeigt, wie wichtig Liebe, Struktur und gute Versorgung für das Wohl von Kindern sind.
Was mir an beiden Einsatzorten sehr gefehlt hat, war die Hygiene. Allerdings muss man bedenken, dass sich beide Einrichtungen in einem Slum befinden, weshalb andere Bedingungen kaum zu erwarten sind. Der Mangel an Wasser und Seife machte es schwierig, sich regelmässig und gründlich die Hände zu waschen, besonders im Waisenhaus war dies deutlich spürbar.
Auch fehlte es häufig an wichtigen Materialien. Im Waisenhaus mangelte es an Putzmitteln, Windeln, Shampoos und Spielsachen. Diese Defizite haben mir nochmals bewusst gemacht, wie selbstverständlich solche Dinge für uns sind und wie gross der Unterschied in den Lebensumständen sein kann.
Trotz dieser Herausforderungen leisten die Mitarbeitenden und Betreuenden mit den vorhandenen Mitteln ihr Bestes, um den Kindern und Patientinnen und Patienten so viel Sicherheit und Fürsorge wie möglich zu geben. Diese Erfahrung hat mich nachdenklich gemacht und meinen Blick für globale Ungleichheiten geschärft.
Einsatzort Medical Health Center Mukuru
Das Team im Medical Health Center Mukuru war sehr sympathisch und offen. Sie gingen jederzeit auf meine Fragen ein und beantworteten diese ausführlich und geduldig. Besonders geschätzt habe ich das entgegengebrachte Vertrauen, da ich aktiv in die Arbeit eingebunden wurde und auch direkt mit Patientinnen und Patienten arbeiten durfte.
Trotz der hohen Anzahl an Patienten herrschte eine ruhige und entspannte Stimmung. Selbst in stressigen Situationen blieb das Team professionell und gelassen. Ich wurde von Anfang an gut in die Arbeitsabläufe integriert und fühlte mich als Teil des Teams.
Einsatzort Mum’s Love Waisenhaus
Im Mum’s Love Waisenhaus erlebte ich hingegen kaum Teamarbeit. Ich war oft alleine mit den Kindern, während jeweils eine Person im Büro und eine weitere in der Küche arbeitete. Dadurch war die Zusammenarbeit im Team nur wenig spürbar, was die Arbeit sehr eigenständig, aber auch herausfordernd machte.

























In Nairobi selbst habe ich nicht allzu viel unternommen, da ich mich in der Stadt, wie im City Center, nicht so sicher gefühlt habe. Ich bin zum Giraffe Centre (Giraffe Manor) gefahren. Dort kann man den ganzen Tag mit den Giraffen verbringen und im Restaurant etwas essen.
Ansonsten bin ich nach Westlands gefahren, wo es zahlreiche Restaurants, die Wellnessangebote im Novotel gibt und das Nachtleben in Bars läuft. Ich war einmal auf einem Rooftop mit 360°-Aussicht, das kann ich sehr empfehlen, die Aussicht über die Stadt ist beeindruckend, und man bekommt gleich einen guten Überblick, wo was liegt mit einer Führung.
Ausserdem war ich ein paar Mal auf dem Markt oder in einem Shopping Center einkaufen. Oft genoss ich einfach nur die Sonne, ohne was zu machen.
Die besten Sehenswürdigkeiten waren auf jeden Fall die Safari im Nationalpark Masai Mara. Es ist etwas ganz Besonderes und unglaublich beeindruckend, die Natur und die wilden Tiere zu beobachten. Zwei Nächte in einer Lodge zu übernachten war ein mega Erlebnis, auch wenn es anfangs ein wenig beängstigend wirkte.
In Nairobi ist ein absolutes Muss das Giraffe Centre (Giraffe Manor). Dort könnte ich stundenlang bleiben, die Giraffen füttern und sie einfach beobachten. Sehr spannend war auch der starke Kontrast zwischen City/Downtown und Uptown sowie die Slumtour. Ein weiteres beeindruckendes Erlebnis war der Besuch der Märkte in Nairobi, die einen authentischen Einblick in das lokale Leben geben.
Ich war mehrheitlich mit dem Bodaboda unterwegs, dem bekannten Motorradtaxi in Ostafrika. Es ist besonders praktisch für kürzere Strecken, vor allem um den Stau zu umgehen. Täglich wurde ich damit abgeholt, zur Arbeit gefahren und nach Feierabend wieder nach Hause gebracht.
In meiner Freizeit habe ich sonst über Bolt ein Taxi bestellt, zum Beispiel für Ausflüge ins Giraffe Center oder nach Westlands. Das ist einfach sicherer, und man kann sich nicht verlaufen.
Mit dem Matatu zu fahren ist zwar sehr lustig, aber wenn man nicht von dort ist und die Landessprache nicht spricht, kann man sich sehr schnell verfahren. Man weiss nie genau, welche Haltestelle die richtige ist und einen festen Fahrplan gibt es auch nicht. Deshalb habe ich den Matatu nur mit einheimische Begleitung genommen.
Am Einführungstag wurde ich zum Safaricom begleitet und mir wurde geholfen, eine kenianische SIM-Karte zu organisieren und zu installieren, so war ich immer und überall erreichbar. Bei Angela zuhause durfte ich das WLAN benutzen, was sehr gut funktionierte.
Da man nachts nicht hinausgehen sollte, war ich nur einmal mit anderen aus der Gruppe im Ausgang.
Nach dem Streetfood bei der Street Kitchen Nairobi ging es in die Havana Bar & Shisha Lounge. Direkt nebenan befindet sich die bekannte The Alchemist Bar, die wir ebenfalls noch besucht haben.
In Nairobi ist es nicht einfach, Orte zum Schwimmen zu finden. Für Einheimische gibt es zwar Schwimmbäder, aber als einzige Weisshäutige dort schwimmen zu gehen, wäre mir unangenehm gewesen. Deshalb habe ich im Novotel nachgefragt, einem Hotel, das einen Rooftop-Pool hat. Ich habe dort an einem Samstagmittag zu Mittag gegessen und konnte den ganzen Tag entspannt am Pool verbringen.
Bei Angela, meiner Gastmutter, gab es jeweils das feinste Nachtessen und am Morgen feine Mandazi.
Zu Mittag wurde das Essen ins Medical Center in den Slums geliefert, welches ebenfalls sehr lecker und abwechslungsreich war.
In den Restaurants, in denen ich war, war das Essen auch sehr gut. Ich habe zweimal Pizza gegessen im Novotel und in der Street Kitchen Nairobi und 1x Indisch. Ansonsten habe ich auswärts immer kenianische Gerichte gewählt, da man italienische Küche oder andere internationale Speisen eher selten findet.
Besonders mochte ich Ugali mit Spinat oder Chapati mit Rindfleisch und Mandazi.
Das Essen hier ist nicht so abwechslungsreich wie in anderen Ländern, aber es ist sehr nahrhaft und gesund. Während der ganzen 23 Tage hatte ich keinerlei Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall, was daran lag, dass ich gegen Typhus geimpft war.





























Die Menschen stehen für mich im Mittelpunkt. Seit meiner Kindheit begleiten mich Medizin und Psychologie aus einer tiefen Neugier und dem Wunsch heraus, zu verstehen, zu helfen und zu heilen. Besonders am Herzen liegt mir das Schicksal der Menschen und Kinder in den Slums von Nairobi. Niemand sollte ohne medizinische Versorgung aufwachsen müssen, und jedes Waisenkind verdient ein sicheres Zuhause voller Geborgenheit.
In den ersten zwei Wochen war ich im Medical Health Center MMM tätig. Dort konnte ich in verschiedenen medizinischen Bereichen mitarbeiten: im Labor, in der Sprechstunde, bei Untersuchungen, in der Apotheke sowie bei der Assistenz während chirurgischer Eingriffe. Diese vielseitigen Einblicke haben mein fachliches Wissen vertieft und mir gezeigt, wie wichtig Teamarbeit und Flexibilität im medizinischen Alltag sind.
In der dritten Woche durfte ich zur Abwechslung in einem Waisenhaus in einem Slum mithelfen. Dort unterstützte ich die Kinderbetreuung und Kinderpflege. Diese Zeit war unglaublich schön und zugleich sehr emotional. Um die Kinder zu unterstützen, brachte ich ihnen Kleider, Spielsachen sowie Pampers und Pflegeprodukte.
Dieser Einsatz hat mich fachlich wie auch menschlich sehr bereichert und wird mich mein Leben lang begleiten.



Meine Vorstellungen und mein Traum wurden erfüllt. Ich durfte das kenianische Leben und die kenianische Kultur kennenlernen und genau das war es, was ich mir immer gewünscht habe. Schon lange habe ich mir gesagt, dass ich, wenn ich nach Afrika gehe, es auf diese Art tun möchte nicht in Hotels oder Resorts, sondern mitten im echten Leben.
Diese Zeit war eine perfekte Auszeit von zu Hause, noch dazu mitten im Winter. Trotzdem war die Reise nicht nur schön. Sie war auch traurig und emotional ab und zu erschöpfend. Ich musste viel nachdenken, vieles hinterfragen und reflektieren.
Besonders glücklich hat mich gemacht, dass ich den Kindern im Waisenhaus helfen konnte. Ihnen Kleider, Spielsachen und Pflegeprodukte zu bringen, hat mir gezeigt, wie wenig es manchmal braucht, um anderen eine Freude zu machen. Diese Begegnungen werde ich nicht vergessen.
Diese Reise nach Kenia hat mich stark geprägt und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich habe nicht nur ein anderes Land kennengelernt, sondern auch eine völlig andere Realität, die mich zum Nachdenken gebracht hat. Viele Eindrücke waren wunderschön, andere wiederum schwer zu verarbeiten. Beides gehört zu dieser Erfahrung dazu. Ich habe gelernt, wie privilegiert mein eigenes Leben ist und wie selbstverständlich Dinge für mich sind, die für andere ein täglicher Kampf sind wie sauberes Wasser, Hygiene oder Sicherheit. Gleichzeitig habe ich gesehen, wie viel Lebensfreude, Herzlichkeit und Zusammenhalt es trotz schwieriger Umstände gibt. Auch wenn ich nicht allen helfen konnte, habe ich gemerkt, dass schon kleine Gesten etwas bewirken können. Diese Reise hat meine Sicht auf die Welt verändert und mich dankbarer, bewusster und reflektierter gemacht. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich erleben durfte, und nehme diese Erfahrungen als wertvolle Lektion für mein weiteres Leben mit.
Ich nahm eine Menge Souvenirs mit nach Hause. Doch das Allerschönste, was ich mitnahm, waren die unzähligen besonderen Erlebnisse und Erfahrungen, die ich in diesen drei Wochen machen durfte. Die vielen Eindrücke von den anderen Lebensumständen und Arbeitsverhältnissen in Kenia haben mich tief berührt und werden mich noch lange begleiten. Es hat meine Sicht auf vieles verändert und mich zum Nachdenken gebracht.
Ich hatte keine bestimmten Erwartungen und habe alles einfach auf mich zukommen lassen. Dass es an Geld und Material fehlt, habe ich mir schon vorgestellt und es hat mich daher nicht allzu sehr überrascht. Trotzdem hat es mich berührt, vor allem zu sehen, wie Kinder unter solchen Umständen aufwachsen, teilweise ohne Pflegeprodukte oder sogar ohne Wasser.
Am Anfang war es etwas anspruchsvoll, im Medical Center richtig in die Tätigkeiten hineinzufinden. Allein die Einführung dauert schätzungsweise drei bis vier Wochen und leider hatte man dafür nicht genug Zeit, um alles wirklich zu lernen.
In meiner Freizeit konnte ich mir jedoch einen grossen Wunsch erfüllen: Ich habe eine dreitägige Safari erlebt und das Giraffe Manor bzw. das Giraffencenter besucht. Diese Erlebnisse waren etwas Besonderes und ein schöner Ausgleich zu den emotional fordernden Eindrücken.
Positiv überrascht hat mich vor allem die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen. Sie sind unglaublich lieb und ihre Lebensweise ist sehr angenehm, lebendig und herzlich. Besonders positiv war die Warmherzigkeit von Angela, die mir sehr viel bedeutet hat.
Ich hatte zum Glück keine gesundheitlichen Probleme, was mich sehr gefreut hat. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich alle Impfungen gemacht habe. Sehr wertvoll war auch der Einblick in die Slums sowie das Kennenlernen des Alltags und Arbeitslebens der Einwohner. Das reale kenianische Leben zu sehen und mittendrin zu sein, war eine ganz besondere Erfahrung.
Negativ kann man es eigentlich nicht nennen, es sind einfach andere Zustände in Afrika. Was mir jedoch gefehlt hat, war das regelmässige Händewaschen mit Seife. Auch die Lochtoiletten waren für mich umständlich und ungewohnt.
Egal wo ich war, wurde ich oft angeschaut und teilweise wurde mir „Muzungu“ zugerufen. Ich fand es schon etwas krass, wie schnell man als weisser Mensch abgestempelt und oft nur so genannt wird. Trotzdem hatte ich mich mental auf diese Situation vorbereitet und wusste, dass ich dort sehr auffallen würde und damit umgehen muss. Im Waisenhaus gab es Dinge, die ich negativ empfunden habe. Die Spielsachen wurden den Kindern weggesperrt, mit der Begründung, dass sie die Spiele kaputt machen oder sich darüber streiten könnten. Ausserdem wurden die Dinge, die ich gekauft hatte; wie Pflegeprodukte nicht direkt zur Versorgung der Kinder zur Verfügung gestellt. Dadurch hatten die Kinder eigentlich keinen wirklichen Zugriff darauf. Das fand ich sehr schade.
Besonders schwierig war es, die Armut zu sehen und nicht allen helfen zu können, vor allem mit dem Wissen, wie privilegiert ich selbst lebe und welchen hohen Lebensstandard wir in der Schweiz haben. Ich hätte am liebsten ein Waisenkind mitgenommen.



